Warum und wie trennen

Für die regelmäßige Abfuhr des Küchen- und Betriebrestaurantsabfalls ist sein Verursacher verantwortlich – der Unternehmer (Besitzer des Gastronomiebetriebes oder des Geschäfts). Bei der Abfallbehandlung ist es nötig, folgende Regeln zu halten:

  • Den Küchen- und Betriebrestaurantsabfall ist in einen dazu geeigneten Betrieb mit zuständigen Genehmigungen abzugeben.
  • Die regelmäßige Abfuhr wird aufgrund eines schriftlichen Vertrags mit dem kompetenten Subjekt realisiert. Solcher Vertrag wird auf eine Zeit von wenigstens drei Monaten abgeschlossen.
  • Als Beweis der regelrechten Abgabe der Abfälle sind schriftliche Aufzeichnungen zu führen (z. B. Abfuhrbestädigungen, Monatsberichte). Die Unterlagen werden mindestens 2 Jahre lang aufbewahrt.
  • Unabhängig von dem Sammlungsumfang und –system wird die wöchentliche Abfuhr der erwähnten Abfälle empfohlen.

Sammelbetriebe, die den Küchen- und Betriebsrestaurantsabfall, Lebensmittelabfälle und Lebensmittel nach Haltbarkeitsdatum mit Tierkomponenten übernehmen und abfahren, müssen eine Berechtigung laut § 24 des Gesetzes über Abfallwirtschaft und eine Berechtigung laut § 3 des Gesetzes über Tiermaterialien besitzen. Die Transportbetriebe, die  den Abfalltransport durch Beauftragung eines Sammel- und/oder Bearbeitungsbetriebes ausführen, brauchen diese Berechtigung nicht. Der beauftragende Sammel- und/oder Bearbeitungsbetrieb ist aber verantwortlich dafür, dass der Transportbetrieb die zuständigen Rechtsvorschrifte einhält, die folgende Bereiche betreffen:

  • Reinigung: Sammelbehälter müssen nach jeder Entleerung mit heißem Wasser (z. B. Dampfstrom) gereinigt werden.
  • Desinfektion: Sammelbehälter müssen in regelmäßigen Zeitabständen (mindestens einmal monatlich) einem geeigneten Desinfektionsprozess unterzogen. Neben der Nutzung von chemischen Desinfektionsprozessen (z. B. Desinfentionsmittel) ist die Wasserbehandlung bei einer Temperatur von mindestens 82 °C länger als 2 Minuten auch ein geeignetes physikalisches Desinfektionsverfahren.

Für die Reinigung und Desinfektion der Sammelbehälter ist der Abfallbesitzer (Unternehmer) verantwortlich, der auch ein Sammelbetrieb mit der Reinigung und Desinfektion der Sammelbehälter beauftragen kann. Die Regeln über die Reinigung und Desinfektion der Sammelbehälter betreffen auch die Fahrzeuge und andere Transportmittel, in denen der Küchen- und Betriebsrestaurantsabfall und Lebensmittel  tierischer Herkunft nach Haltbarkeit transportiert werden.

Sammelsysteme

    1. System des Behälteraustauschs

      Ein gefüllter Sammelbehälter wird für einen leeren, gereinigten und mindestens einmal monatlich desinfizierten Behälter ausgetauscht. Die Reinigung und Desinfektion verlaufen meistens in dem Sammel- oder Bearbeitungsbetrieb. Der Sammelbehälter muss die Ansprüche eines Transportbehälters erfüllen.

    2. Ausklapp-Waschsystem der Behälter (Entleerungssystem)

      Ein gefüllter Sammelbehälter wird auf der Stelle entleert, mit heißem Wasser gereinigt und mindestens einmal im Monat desinfiziert. Der gereinigte Sammelbehälter bleibt auf seiner Stelle. Benutzung der biologisch zersetzbaren Einlegsäcke in den Sammelbehältern kann ihre Reinigung erleichtern. Die Reinigung und Desinfektion der Sammelbehälter bleibt auf der Verantwortung des Abfallbesitzers (Unternehmers).

    3. Beckensystem

      Für größere Betriebe und Großküchen bietet sich die Einbauung eines Stationssystems für die Sammlung des Küchen- und Kantinenabfalls an. Es geht um ein System, das aus einer Abfallstation im Bearbeitungsraum und eines Lagerungbehälters in einem anderen Raum besteht. Bei dieser Variante werden Küchen- und Kantinenabfälle von einem speziellen Absaugfahrzeug abgefahren. Die Reinigung und die Desinfektion des Stationssystems bleiben auf der Verantwortung des Abfallbesitzers (Unternehmers).

 

Abfuhrsysteme

    1. Gewerbesammlung (getrennte Sammlung und getrennte Abfuhr):

      Der aus Großküchen und Einzelhandel stammende Abfall (z. B. Gastronomiebetriebe, Lebensmittelläden) wird im sogenannten „Gastrocontainer“ als extra Fraktion gesammelt und zur Kompostierung oder in die Einrichtung mit der Fermentierungstechnologie abgefahren. Es gelten die hygienischen Verordnungen laut Anordnung über Tiermaterialien.

    2. Kommunalsammlung (getrennte Sammlung und gemeinsame Abfuhr):

      In den Regionen, in denen kein eigener Abfuhrsystem des Küchen- und Kantinenabfalls und der Lebensmittel nach Haltbarkeit aus Großküchen und Einzelhandel zur Verfügunge steht, oder dieses nicht zweckmäßig ist (z. B. aus logistischen oder ökologischen Gründen), können diese Abfälle im Rahmen der Kommunalsammlung der Bioabfälle abgefahren werden. Die Einsammlung dieser Abfälle verläuft in eigenem Sammelbehälter. Es gelten die hygienischen Verordnungen laut Anordnung über Tiermaterialien.

    3. Kommunalsammlung (gemeinsame Sammlung und gemeinsame Abfuhr):

      Wenn die Betriebe der Gastronomie oder des Einzelhandels, in denen max. 80 Liter Küchen- und Kantinenabfall wöchentlich produziert werden, zusammen mit privaten Haushalten regelrecht an das Sammel- und Abfuhrsystem angebunden sind, ist es zugelassen, den produzierten Küchen- und Kantinenabfall und die Lebensmittel nach Haltbarkeit zusammen mit den Bioabfällen der Siedlung in den gleichen Behältern zu sammeln und abzufahren. Voraussetzung dafür ist die ausdrückliche Zustimmung der Gemeindeinstitution, die für das Sammel- und Abfuhrsystem verantwortlich ist. Die Bestätigung (z. B. über die Gebühren für den Abfall, Bestätigung der Gemeindeinstitution) über die regelrechte Anbindung ist notwendig.

      Wenn der Küchen- und Kantinenabfall in Betrieben in so kleinen Mengen produziert wird, dass die getrennte Sammlung und darauffolgende biologische Bearbeitung nicht zweckmäßig sind, ist in Ausnahmsfällen die Sammlung im Container für die Sammlung des Kommunalabfalls erlaubt. Dafür wird aber die Zustimmung der zuständigen Gemeindeinstitution gefordert.

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